Kunsthalle Mannheim – Was mir nicht gefällt

Die Mannheimer Kunsthalle wird einen Neubau für das Bestandsgebäude aus dem Jahre 1983 erhalten; wir hatten uns dazu schon geäußert. Unserer Meinung war der Bestandsbau durchaus sanierungsfähig – aber dies wurde nicht gewünscht und das Gebäude in den letzten Jahren auch entsprechend abgewirtschaftet.

Der Siegerentwurf des Neubaus vom Hamburger Büro gmp hat Vorteile – und auch Nachteile. Was nicht gefallen kann ist die Fassade. Sie nimmt überhauptkeinen Bezug zum umgebenden Ensemble. An anderer Stelle wurde schon bemerkt, daß die Entwurfsdarstellung bewußt die umgebende Bebauung grau darstellt, damit die Diskrepanzen nicht bemerkt werden. Zudem gefallen mir die Eingangssituation – ein relativ schmaler aber sehr hoher Schlitz nicht und ebenso die gedrungene Fassadenöffnung am unteren rechten Gebäudeeck. Wer möchte neben dieser monotonen und meistens völlig intransparenten und vielleicht 20m hohen Fassade stehen? Man wir weitergehen wollen, weil dies Fassade so abweisend ist.

Gmp - Kunsthalle Mannheim1

 

 

 

 

 

(Entwuf: gmp)

 

So bin ich mit der Fassadenlösung von gmp überhauptnicht zufrieden. Einen Bezug zur Stadt gibt es einfach nicht. Das Gebäude wirkt abweisend statt einladend. Es wir sich nicht ins Bestandsenseble einfügen.

Nun habe ich eine Stunde investiert um eine Dastellung zu machen, wie wir an das Thema herangegangen wären. Der rote Sandstein ist für den Friedrichsplatz und seine Baukörper von großer Bedeutung. Wir hätten das nicht ignoriert. Zur Innenstadt löst sich die Gestalt des Friedrichsplazes sowieso schon auf. Eine Verbindung mit dem historischen Billingbau der Kunsthalle (auf der Rückseite), der gerade saniert wurde, sollte harmonisch erfolgen.

Mannheim-Kunsthalle Vorschlag

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Uns wäre ein Vorplatz zum Museum sehr wichtig, auf dem man sich dem Gebäude mit seinen Ausstellungen nähern kann. Wir hätten den roten Sandstein der anderen Gebäude bzw. des Altbaus aufgenommen. Wir hätten eine offene transparente Fassade geschaffen in der Aus- und Einsichten möglich sind. Verschiedene geschlossene, sandsteinrote Ausstellungsräume würden sich auf der Fassade abzeichnen. Die Zwischenräume wären verglast. Verläßt man einen Ausstellungsbereich und wandert zu einem weiteren, dann würde man über offene Zwischenräume den Stadtbezug herstellen können; man könnte sich mit dem Blick auf die Friedrichplatz-Anlage entspannen und wieder sammeln. Man könnte auf verschiedenen Ebenen verweilen.a

 

Neubau Kunsthalle Mannheim V111a

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Darstellungen sind – wie man sieht – keine ausgearbeiteten Entwürfe. Es war eine Stunde Arbeit. Es geht lediglich um die Vermittlung von Ideen die uns für die Kunsthalle Mannheim wichtig sind.

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