Ludwigshafen Decks? Leider nicht… / Unfortunately not…

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Quelle: Webcam

Am Ludwigshafener Rheinufer schreiten die Arbeiten für das ECE-Shopping Centre „Rhein-Galerie“ voran. Mittlerweile ist die äußere Form im Rohbau fertiggestellt. Der langestrecke durch ein Stahlträger-Dach bekrönte Bau liegt unmittelbar am Rheinufer zwischen den beiden Ludwigshafen und Mannheim verbindende Brücken Konrad-Adenauer- und Kurt-Schumacher-Brücke. Shopping Centre-Betreiber sind gern gesehene Gäste bei Stadtverwaltungen, denn die Verhandlungen und Einweihungen heben das Ego der Stadtväter gewaltig. Für die Bürger springt dabei meist nicht sowiel heraus, außer Einheitskonsum für Einheitskonsumenten. Aber von dieser grundsätzlichen Diskussion einmal abgesehen, sind die städtebauliche Aspekte eines jeden Einzelprojektes von großer Bedeutung.

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Quelle: Google-Earth

Im Falle Ludwigshafen war die Möglichkeit entstanden, den nicht mehr benötigten Containerhafen unmittelbar zwischen Innenstadt und Rhein (oben, roter Bereich) mit einer Nachnutzung zu versehen. Das lobenswerte Ziel, die Innenstadt erstmals an das Rheinufer anzubinden, war dabei die Prämisse. Wie im Entwurf des Centre-Betreibers ECE (unten) zu sehen, wurde eine Passierbarkeit des Rheinufers entlang des Centres sowie ein Stadtplatz am südlichen Ende vereinbart.

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Quelle: ECE (Link siehe unten)

All dies ist begrüßenswert; was mich allerdings zur Kritik veranlaßt, ist die Organisation sowie sonstige städtebauliche Ein- bzw. Anbindung des Shopping-Centres. Ich denke die Stadt Ludwigshafen hat sich keinen Gefallen getan und wieder mal eine große Chance verpaßt. Wie die Illustration der ECE, unten, zeigt, nennt sich das Centre zwar Rhein-Galerie und ist auch an diesem gelegen, unterbindet aber jegliche Bezugnahme. An der Uferseite sind nur sehr kleine und wenige Öffnungen des Centres vorgesehen und eine direkter Blickkontakt ist nicht erwünscht. Lediglich ein kleiner Zugang sowie die Notausgänge wenden sich dem Namensgeber zu. Die Innenraumdarstellung könnte überall sein. Von der eigentlichen Lagequalität ist nichts zu erkennen. Wiedereinmal ein isoliertes selbstbezogenes Shopping-Centre ohne Bezug und Identität. Jeder wird mit 80%iger Sicherheit auch die zukünftigen Mieter schon zu diesem Zeitpunkt benennen können.

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Quelle: ECE (Link siehe unten)

ECE betreibt bereits das Rathaus-Centre in unmittelbarer Nähe des Neubaus.  Dieses krankt am selben Phänomen, wie es die Rhein-Galerie wieder neu erschafft: dem Abschneiden von städtebaulichen Bezügen und der Selbstbezogenheit des Inneren. Wie die Grundrisse der Rhein-Galerie zeigen, kann man am zentralen Eingang im Süden hineingehen, bis zum Ende, dem Ankermieter, durchgehen und muß in der der gleichen isolierten Röhre wieder zurücklaufen. An Sonn- und Feiertagen bleibt die Röhre einfach zu, und das Rheinufer neben dem Bau verwahrlost. Wo sollte man auch hingehen?

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Quelle: Odaiba-Decks

Wie man es besser macht, wenn Fachleute einbezogen werden, zeigt Odaiba Decks in der Bucht von Tokio. Hier liegt eine ganz  ähnliche Situation vor: Uferrand mit rückwärtiger, stark befahrener Straße. Odaiba Decks nimmt die Qualität der Lage im Gegensatz zur Rhein-Galerie auf und nutzt diese zur Erlebnis- und damit auch Umsatzsteigerung. Wie der Name Decks sagt, ist in Odaiba das Shopping-Centre mit verschiedenen Deckebenen zum Ufer hin abgetreppt. Dies ermöglicht tolle Aussichten, eine direkte Orientierung zum Ufer, das Promenieren auf verschiedenen Ebenenen sowie beispielsweise Außengastronomie, die eine völlig andere Qualität hat als die innenorientierte Einheitsgastronomie der Rhein-Galerie. Wer würde nicht gerne an einen sonnigen Tag in einer Gastronomie auf Ebene 3 über dem Rhein sitzen und das Treiben auf den Decks darunter beobachten? Eine solche Gastronomie ist auch an Feiertagen unabhängig von den anderen Ladengeschäfte von außen her, den Decks, zu betreiben.

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Ein lebhaftes Bild wie unten – bei ECE nicht vorgesehen.

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Quelle: Odaiba-Decks

Die Decks-Struktur würde auch eine Durchgängigkeit zu der dringend der Aufwertung bedürfenden Innenstadt ermöglichen. Die blauen Pfeile unten zeigen die eigentlich notwendige Anbindung der Stadt an das Rheinufer auf. Der linke Pfeil würde übrigens die Verknüpfung zum Rathhaus-Centre (ebenfalls ECE) herstellen. Mit beispielsweise einer Dreiteilung der Rhein-Galerie könnten Blickbeziehungen zum Fluß aufgebaut werden. Und selbst bei Einteiligkeit könnten Fußgängerbrücken über die viel befahrene Rheinuferstraße einen Zugang zu den oberen Decks ermöglichen, und somit auch außerhalb der Öffnungszeiten den Bürgern ein Stück ihres Rheinufers zugänglich machen. Zudem funktionieren längenorientierte Einkaufsstraßen nur vernüftig, wenn es am Anfang und Ende eine sinnvolle Anknüpfung gibt. Eine Shopping-Centre-Sackgasse kann dies nie erzeugen.

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Die Rhein-Galerie von ECE vergibt eine große Chance für die Stadt Ludwigshafen. Sie wird als Bauträger-Projekt realisiert: eine Gelegenheit wahrnehmend. Projektentwicklung, die das Grundstück verdient hätte, ist dagegen etwas gänzlich anderes: Projektentwicklung entwickelt Örtlichkeiten. Sie deckt neu Potentiale eines Standorts auf und erzeugt städtebauliche oder architektonische Qualität – zum Nutzen aller. Das Bauträgergeschäft dagegen nutzt lediglich eine Gelegenheit zur Umsatzerzeugung. Optimierung ist dabei nie das Ziel. Leider ist weder von Seiten der Stadt Ludwigshafen eine Projektentwicklung eingefordert worden, noch hatte bei der Rhein-Galerie die ECE sich zum Ziel gesetzt, über das Bauträgerprojekt hinausgehend eine richtige Projektentwicklung für das Gelände zu initiieren.

Quellen und Infos: ECE, Stadt Ludwigshafen

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Alex
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Wer das nun realisierte Gebäude besichti…

Anschlüsse und Abschlüsse

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Letzte Woche wurde der Mehrsparten-Hausanschluß gelegt. Diese 200mm Kellerwand-Durchführung ermöglicht 4 verschiedene Anschlüsse. In Fall von M-Haus sind es Trinkwasser (rechts unten, noch ohne Zähleruhr), Strom (rechts oben, mit dem großen Anschlußkasten) sowie Telefon (links unten mit dem kleinen Kasten darüber). Einen Gasanschluß gibt es wegen der Wämepumpenheizung nicht.

Last week the multi-infrastructure connector was installed. It’s a 200mm duct that can house 4 different infrastructure connections. In the case of M-Haus it’s drinking-water bottom right), electricity (top right) and telephone (top left).

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Zudem wurden die Innenputzarbeiten abgeschlossen. Ganz oben rechts der Zementputz im Gäste-WC, der wegen des Zementanteils im Vergleich zum Gipsputz sehr dunkel ist. Im Obergeschoß-Foto kann man das schöne Steiflicht morgens um ca.10 Uhr durch das Eßzimmerfenster unten sehen. Bei genauem hinsehen sieht man auch, wie auf unterschiedlichen Untergründen der Putz unterscheidlich schnell abtrocknet. So hat die Treppenbrüstung an den Ecken, zwischendrin sowie am oberen Rand Ortbetonteile – damit die sonst gemauerte Brüstung in keinem Fall umkippen kann. Auf dem Betonuntergrund trocknet der Gipsputz langsamer ab, weil er weniger Feuchtigkeit aufnimmt als die Kalksandsteine. Die Brüstungsecke, vorne, trocknet wiederum ganz schnell ab, durch die gute Umlüftung. Wenn aber der Putz ein paar Tage älter ist, sieht man dies alles nicht mehr. Im EG mit der Morgensonne auf dem Frühstückstisch sowie dem Küchentresen wird der Tagesanfang zum Genuß.

Moreover the interior plaster work is finished. Top right the restroom’s rendering, which is pretty dark compared to the gypsum plaster.

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Gipser / Plasterer

Die Arbeit des Gipsers ist meist nicht sonderlich fotogen. Es entsteht einfach immer viel Sauerei, und das läßt sich nur durch reinen Trockenbau vermeiden. Da der Gipsinnenputz aber für die Wohngesundheit einen positiven Beitrag leistet, nimmt man die reinigungsaufwendige Arbeit in Kauf. Bevor die Gipsschlacht jedoch beginnen kann, sind eine Reihe Arbeiten zu tun:

The plasterer’s work isn’t very photogenic. Lots of dirt and mess all around. However, as the gypsum provides an important contribution to the interior climate, that mess will be accepted. Before the gypsum battle starts lot’s of detail work is to be done:

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An den Fenstergewänden werden sogenannte Apu-Schienen (Anputzschienen bzw. Markenname) angeklebt, die an der Seite zum Fensterrahmen einen Schaumstoffstreifen haben (im Foto unten). Mit der aufkaschierten Klebefolie wird die Leiste auf den Rahmen geklebt. Die Lasche mit dem im Foto braun abgedeckten Klebetreifen liegt vor dem Rahmen und der Klebestreifen ist zur Befestigung der Folie die das Fenster beim Gipsen schützt. Die Oberseite (im Bild) des Profils wird eingeputzt. Die Apu-Leiste schafft einen sauberen und flexiblen Putzanschluß an das Fenster, welches sich immer durch Öffnen und Schlißen sowie die Temperaturänderung minimal bewegt. Ein Abreißen des Putzes wird verhindert, weil die Schaumstoffkante Bewegung aufnimmt. Am Ende wird die Kunststofflasche an der die Folie festgeklebt ist, einfach vom dann übrigbleibenden U-förmigen Profil abgerissen. Apu-Leisten sind eine tolle Erfindung, die Arbeitserleichterung bringen und Putzabrisse verhindern.

Like sticking the Apu rails to the window frames. The Apu rails made of plastic and foam bottom side in the picture above) will prevent the plaster to rip off along the window frames. That inevitably happens as windows move through opening and closing and temperature changes. The plastic flap to the right has a glue strip (brown sheeting) to fix the platic foil that covers the windows during plaster work. In the end, the U-shaped platic rail will disappear in the plaster, the foam will buffer movements to the window frames and the flap will be ripped off the U-shaped rail when work is finished. A time-saving and error-preventing great invention.

pichuraconsult-gipsglattputz1.jpgpichuraconsult-armierungsgewebe1.jpgpichuraconsult-heizverteilerkasten.JPG

Neben den Apu-Leisten und den Eckschienen muß auch bei Materialübergängen Armierungsgewebe eingebracht werden. Hier am Beispiel eines Verteilerkastens für die Fußbodenheizung.

Beside the Apu rails the reinforcement fabric has to be fixed where materials in the wall change. Like see above around the floor heating distribution box.

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Faszinierende verschlaucht und verkabelte Ungetüme sind die Putzmischmaschienen. Laut und schmutzig. Am Ende, wenn er voll durchgetrocknet ist,  wird der Glattputz schön weiß.

Dirty, tubed and wired is the plaster mixer. Still fascinating in its technicallity, ugliness and purposefullness. In the end after dried out completely, walls will be almost white and smooth.

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Seifenblasen / Soap bubbles

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Ohne Worte / Without words

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